Tages-Archive: 24. April 2015

Gentest abgeschlossen: Überfahrener Wolf stammt aus Niedersachsen

Wiesbaden, 24.04.2015 (um/he) – Das am 21.04.2015 auf der Autobahn A661 im Stadtgebiet Frankfurt am Preungesheimer Dreieck überfahrenen Tier war tatsächlich ein Wolf. Zu diesem Ergebnis kommt eine genetische Untersuchung der SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung, Fachgebiet Naturschutzgenetik in Gelnhausen, im Auftrag der hessischen Naturschutzverwaltung. Der genetische Fingerabdruck des untersuchten Tieres bestätigt, dass es sich um einen Wolf aus der zentraleuropäischen Population handelt. Das Individuum mit der Registriernummer GW372m wurde erstmals genetisch nachgewiesen und ist ein Nachkomme des Gartower Rudels im Osten Niedersachsens im Landkreis Lüchow-Dannenberg.

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Elektromobilität fair gestalten anstatt zusätzliche Subventionen für Elektro-Dienstwagen

Berlin, 24.04.2015 (foes) – Um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen, schlägt Bundesumweltministerin Hendricks vor, elektrische Dienstwagen finanziell besserzustellen. Aus Sicht des FÖS sollte die Förderung von emissionsarmen Elektrofahrzeugen grundsätzlich durch eine Mehrbelastung klimaschädlicher Fahrzeuge gegenfinanziert werden. Eine solche Reform würde den Staat nichts kosten, gleichzeitig aber den Weg zu einer klimafreundlichen Mobilität ebnen. Weiterlesen

NABU-Chef fordert mehr Bereitschaft zur Energiewende

Stuttgart, 24.04.2015 (bd/bw) – Der NABU appelliert zum Tschernobyl-Jahrestag (26. April) an Politik, Verwaltung und gesellschaftliche Kräfte, die Energiewende in Baden-Württemberg zügig voranzutreiben und nicht zu zerreden. „Die Energiewende ist wie ein Marathonlauf. Es ist frustrierend, wenn viele den Lauf schon am heimischen Kirchturm abbrechen“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann. „Ohne massive Energieeinsparungen, ohne einen groß angelegten Ausbau der erneuerbaren Energien, ohne neue Stromtrassen und -speicher gibt es keinen Weg aus Atom- und Kohlekraft!“ Es gelte an einem Strang zu ziehen und Windenergie und andere erneuerbare Energien schnell und naturverträglich auszubauen.

Mit Sorge blickt der NABU-Chef auf manchen Bürgerwiderstand, weil beim Kampf gegen Windräder mitunter der Blick aufs große Ganze verloren gehe. „Die Energiewende fängt im Haus und vor der Haustüre an“, betont Baumann. Er stelle zudem fest, dass immer wieder der Naturschutz als Generalargument gegen den Windkraftausbau instrumentalisiert werde. „Wer verantwortungsvoll handelt, spielt nicht Windkraftausbau und Naturschutz gegeneinander aus. Sonst wird die Argumentation an den Orten, wo Naturschutzbelange tatsächlich relevant sind, extrem erschwert.“ Und sonst werde nicht nur die Energiewende ausgebremst, sondern es werde auch Rotmilan, Schwarzstorch und Co. auf lange Sicht ein Bärendienst erwiesen. Baumann betont, dass Natur- und Artenschutz und Energiewende gemeinsam vorangebracht werden müssen: „Der naturverträgliche Ausbau der Windkraft ist möglich. Dafür engagiert sich der NABU in Baden-Württemberg konstruktiv und lösungsorientiert.“

Auch für einen weiteren Ausbau der Photovoltaik im Ländle setzt sich der NABU ein. Photovoltaikanlagen sollten nach Einschätzung des NABU-Chefs bevorzugt auf Dachflächen gebaut werden. Aber auch Freiflächenanlagen könnten ökologisch sinnvoll sein: „In den großen Agrarsteppen des Landes können Photovoltaikanlagen mit blühenden Salbei- und Margeritenwiesen zu Oasen des Lebens für Schmetterlinge, Hummeln und Feldlerchen werden.“

Kostenlose Stellplätze sind keine Förderung des CarSharing sondern Symbolpolitik

Berlin, 24.04.2015 (bcs) – Der Bundesverband CarSharing hält das für Symbolpolitik. Geschäftsführer Willi Loose kommentiert: „Kostenlose Stellplätze – das klingt immer gut. Aber in Wirklichkeit wäre das eine Regelung, nach der niemand gefragt hat. Weder die CarSharing-Anbieter, noch ihre Kunden, noch die Städte und Kommunen“.

Denn das Problem liegt ganz woanders: CarSharing-Fahrzeuge müssen nahe an den Wohn- und Arbeitsorten der Kunden bereitstehen, um attraktiv zu sein. Das ist heute nur eingeschränkt der Fall, denn mangels einer bundeseinheitlichen Regelung für die Errichtung von CarSharing-Stationen im öffentlichen Raum, müssen die Anbieter ihre Fahrzeuge häufig abseits der Straße auf privatem Grund stationieren – auf Höfen, auf Großparkplätzen und in Tiefgaragen. Und gerade in den Innenstädten, die besonders von der Entlastungswirkung des CarSharing profitieren, ist die Bereitstellung von Fahrzeugen häufig nur noch im öffentlichen Straßenraum möglich.

Loose erläutert: „Statt die Bereitstellungsproblematik zu lösen und so mehr Kunden fürs CarSharing zu gewinnen, wird nun möglicherweise an der Parkraumbewirtschaftung herumgedoktert. Das würde die Kommunen viel Geld kosten und hat schon deshalb keine Chance auf praktische Umsetzung. Echte Förderung sieht anders aus“.

Dabei könnten die Argumente nicht klarer auf der Hand liegen: Über 80 Prozent der Deutschen befürworten eine Verkehrspolitik, die zu weniger Autoverkehr in den Städten führt. CarSharing ist ein wichtiger Baustein einer solchen Politik, denn durchschnittlich teilen sich 42 Kunden ein CarSharing-Fahrzeug und ersetzen so bis zu 10 private Pkw.

Der Bundesverband CarSharing, so Loose, hofft weiterhin, dass am Ende ein Gesetz entsteht, das in den Kommunen auch umgesetzt wird: „Es ist doch bemerkenswert, dass die CarSharer keine Subventionen fordern – noch nicht einmal in Form kostenloser Parkplätze. Unsere Forderung, einen bundesweit einheitlichen rechtlichen Rahmen für CarSharing-Stationen im öffentlichen Raum zu schaffen, stößt in den Kommunen auf breite Zustimmung, fördert CarSharing nachhaltig und lässt sich schnell umsetzen. Der politische Wille zu einer Lösung auf Bundesebene muss da sein“.

„Chance verpasst, die tödlichen Fehler der Vergangenheit zu korrigieren“

Berlin, 24.4.2015 – Zum Ergebnis des EU-Gipfels erklärt Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland: „Auf dem EU-Gipfel wurde viel von der Rettung von Menschenleben gesprochen, aber wenig dafür getan. Der Beschluss ist ein weiteres Aussitzen der humanitären Katastrophe auf dem Mittelmeer und wird in den nächsten Monaten viele weitere Menschenleben kosten. Der Beschluss der EU-Regierungschefs ist nicht das erhoffte und dringend nötige Rettungsprogramm für schiffbrüchige Flüchtlinge und Migranten. Er ist eine weitere Auflage eines Grenzschutzprogramms und dient vor allem der Abschottung. Weiterlesen

Stellnetzfischerei und Schweinswalschutz: Freiwillige Vereinbarung nur Tropfen auf dem heißen Stein

Kiel, 24.04.2015 (bd/shw) – Der BUND-Landesverband Schleswig-Holstein mahnt nach einer ersten Zwischenbilanz von Minister Habeck zur freiwilligen Vereinbarung zum Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten, dass diese nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einem umfassenderen Schutz des stark bedrohten kleinen Tümmlers und der Tauchenten sein kann. Gleichzeitig bewertet der BUND es positiv, dass die Beteiligten die Verbesserungswürdigkeit erkannt haben und weiter an einem Ausbau der Vereinbarung arbeiten wollen. Weiterlesen