Politik: Bei Antibiotika-Resistenzen konsequent und schnell handeln

Berlin, 19.05.2017 (dgtr). Zum heute beginnenden G20-Gesundheitsministertreffen, erklären Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, und Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft: Die globale Gesundheitspolitik wird auf dem bevorstehenden G20-Gipfel erneut eine zentrale Rolle spielen. Die Gesundheitsminister müssen die Weichen stellen, damit das Thema nicht nur schmückendes Beiwerk der Abschlusserklärung wird. Die Bundesregierung muss die Einrichtung eines globalen Forschungsfonds bei der WHO voranreiben.

Denn nur mit neuen Forschungsanreizen kann das Marktversagen im Bereich der vernachlässigten und armutsassoziierten Krankheiten beendet werden. Außerdem zeigen die jüngsten Vorfälle im indischen Hyderabad wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen gegen das Entstehen multiresistenter Erreger ist.
 
Antibiotika-Resistenzen sind eine weltweite Gesundheitsbedrohung. Hier besteht großer Handlungsbedarf. Minister Gröhe muss – gemeinsam mit den anderen G20-Ländern – verbindliche Absprachen zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen treffen, sowie Standards zur Sicherheit der weltweiten Produktion und der Vermeidung von resistenten Erregern auf den Weg bringen. Die Zeit drängt. Dringender Handlungsbedarf besteht vor allem dann, wenn durch unverantwortliche Entsorgung von Abfällen und Abwässern aus der Produktion von Antibiotika multirestente Erreger geradezu gezüchtet werden. Im indischen Hyderabad konnte nachgewiesen werden, dass diese Umweltverschmutzung mit katastrophalen Folgen von den Herstellern vor Ort in Kauf genommen wird. Dies ist nicht nur eine Katastrophe für die Mensch und Umwelt vor Ort. Die resistenten Erreger verbreiten sich rund um den Globus und lassen Antibiotika als wichtigstes Heilmittel zur Bekämpfung von bakteriellen Infektionen, wirkungslos zurück. Für die Qualität der Produktion gelten dabei EU-Richtlinien zur „Guten Herstellungspraxis“, bei denen aber Umweltrisiken und deren Folgen für die globale Gesundheit nicht geprüft werden. Dabei wäre es ein Leichtes diesen Aspekt in die Richtlinien mit aufzunehmen und neben Arzneimittelexperten auch Spezialisten des Umweltbundesamtes vor Ort kontrollieren zu lassen.
 
Ein weiteres zentrales Thema ist die Stärkung von Gesundheitssystemen. Hierzu müssen die Mittel massiv aufstockt werden. Um die Ausbreitung von Epidemien präventiv zu bekämpfen und die gesundheitliche Lage in Entwicklungsländern zu verbessern, muss die Bundesregierung 0,1 Prozent der Wirtschaftsleistung für die gesundheitsbezogene Entwicklungszusammenarbeit investieren.
 

 

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