Umweltnachrichten: Kraftakt für den kleinsten Wal der Welt

WWF fordert dauerhaftes Stellnetzverbot und stärkeren Kampf gegen Artenschmuggel

Hamburg, 18.05.2017 (wwf). Der kleinste Wal der Welt droht vor unseren Augen von diesem Planeten zu verschwinden. Weniger als 30 Vaquita-Schweinswale schwimmen noch im Golf von Kalifornien, ihrem einzigen Verbreitungsgebiet.  Im März und April wurden fünf Exemplare des  bedrohten Meeressäugers tot aufgefunden.  Die Vaquitas ertrinken elendig  in Stellnetzen der Fischer, deren Einsatz zwei Jahre lang untersagt war. Trotzdem soll  dieses Verbot Ende Mai auslaufen.

„Fischernetze sind  die einzige Bedrohung für Vaquitas. An einem dauerhaften Verbot der Stellnetze führt kein Weg vorbei, um die letzten Exemplare vor dem Aussterben zu retten“, fordert Stephan Lutter, Walschutzexperte beim WWF Deutschland. Seit 2011 seien bereits

90 Prozent der Population eingebrochen und zumeist als Beifang verendet.  Der WWF fordert die mexikanischen Behörden auf,  das Verbot endlich  konsequent durchzusetzen, indem auch Besitz, Lagerung und Verkauf dieser Kiemennetze unter Strafe gestellt werden. Denn der Anreiz, die Vorgaben  zu umgehen, ist hoch: Wilderer jagen mit Stellnetzen den ebenfalls von Aussterben bedrohten Totoaba-Fisch, für dessen getrocknete Schwimmblase in China astronomische Preise gezahlt werden. Die Schmuggelroute führt von Mexiko über die USA  nach China.  „Damit der  Vaquita  nicht als Kollateralschaden aus illegaler Fischerei und Artenschmuggel endet, braucht es einen vereinten Kraftakt. Es existieren nur noch dramatisch wenig Tiere und das Zeitfenster zu ihrer Rettung schließt sich“, so Lutter weiter.  Der WWF fordert  die Regierungen der USA und China  auf, mit Mexiko zusammenzuarbeiten, um den illegalen Transport und Handel mit Totoaba zu unterbinden. Eine weltweite WWF-Petition an den mexikanischen Präsidenten für einen effektiven Vaquita-Schutz  wird auch von US-Schauspieler Leonardo di Caprio über seine Social Media Kanäle unterstützt. Der WWF beteiligt sich zudem an Aufräum-Aktionen, die das Verbreitungsgebiet der kleinen Wale von verlorengegangenen Geisternetzen absuchen und diese bergen, damit sie nicht zur Todesfalle werden.

Ein besonderer Notfallplan sieht vor Vaquitas einzufangen und vorübergehend in eine Schutzzone umzusiedeln.  Auch dieses Vorgehen schließt der WWF nicht aus. „Das ist eine drastische Maßnahme in einer dramatischen Situation.  Doch wenn wir untätig bleiben, verlieren wir diese Art für immer“, so WWF-Experte Lutter. „Der Notfallplan darf aber keinesfalls den Kampf gegen die illegale Fischerei verdrängen. Der natürliche Lebensraum des Vaquita muss wieder sicher werden“.

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