Ernährungsberatung

Die Ernährungsberatung gliedert sich in drei Hauptbereiche:

1. die Vermittlung von Kenntnissen über vollwertige Lebensmittel, mit denen eine gesunde Ernährung gewährleistet wird
2. die besondere Ernährung bei Krankheiten oder Lebensmittelunverträglichkeiten
3. die Gewichtsreduzierung bei krankhaftem Übergewicht (Adipositas)

Eine klassische Ernährungsberatung richtet sich im Gegensatz zur Diättherapie immer an gesunde Personen in besonderen Lebenssituationen (wie zum Beispiel Schwangere oder Sportler) oder Personen, die bereits Risikofaktoren wie leichtes Übergewicht vorweisen, aber noch nicht erkrankt sind. Ernährungsberatung wird in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst.

Eine seriöse Ernährungsberatung zeichnet sich dadurch aus, dass bei der Beratung keine Verkäufe stattfinden und der Berater keine Werbung für bestimmte Produkte betreibt. Die Industrie hat hierzulande eine erstaunliche Macht. Sie bringt nicht nur immer neue Produkte mit fragwürdigem Nutzen auf den Markt, sie nimmt sogar auf die wissenschaftliche Forschung massiv Einfluss. Foodwatch, Transparency Deutschland und andere Verbraucherorganisationen decken auf, wie Konzerne gesetzliche Regelungen zum Schutz der Verbraucher blockieren und industrienahe Wissenschaftler in wichtige Entscheidungsgremien auf europäischer und nationaler Ebene einschleusen. Da die Forschung an den Universitäten immer mehr von Drittmitteln der Wirtschaft abhängig ist, sind selbst viele Studien mit Vorsicht zu genießen: sei es beim Thema Gentechnik, der Risikoabschätzung von Pestiziden oder der Wirksamkeit von Functional Food.

Wer überschüssige Kilos loswerden möchte oder sogar muss, hat die Qual der Wahl. Das Angebot an Diätprogrammen, Tipps zum Abnehmen und Schlankheitsprodukten ist nahezu grenzenlos. Vorsicht ist bei Diäten angesagt, die eines oder mehrere der folgenden Merkmale aufweisen:

1. die Diät empfiehlt, täglich weniger als 1200 Kalorien aufzunehmen.
2. sie lässt nur eine kleine Auswahl an Lebensmitteln zu und bewirkt so eine einseitige Ernährung
3. sie verspricht ohne eine grundlegende Veränderung der Essgewohnheiten eine erhebliche Gewichtsreduktion in kurzer Zeit
4. sie wirbt für den Kauf von Produkten wie etwa Nahrungsergänzungsmittel oder Schlankheitspräparate.
5. sie gibt eine „Erfolgsgarantie“ und lockt mit Aussagen wie „Nie wieder dick“ oder „Traumfigur in wenigen Tagen“. Typisch für solche Angebote sind auch Vorher-Nachher-Fotos von angeblichen Diäterfolgen.

„Abnehmen beginnt im Supermarkt“, bringt es Marianne Rudischer, Ernährungsmedizinische Beraterin bei der Barmer GEK, auf den Punkt. Die Vorsätze sind groß, die Versuchungen in den Supermärkten allerdings auch. Neben XL-Packungen ist es vor allem das fast unübersichtliche Lebensmittelangebot an sich, das immer wieder zu Spontaneinkäufen motiviert. Die Folge: Vorratsschränke und Tiefkühltruhen, in denen sich so manche Dickmacher türmen.

Wer solchen Verführungen nicht erliegen will, kann sich selbst mit ein paar einfachen aber wirkungsvollen psychologischen Tricks überlisten. Dazu gehört zum Beispiel, nicht hungrig einkaufen zu gehen und einen Einkaufskorb statt einen Einkaufswagen zu benutzen. „Kaum zu glauben, aber allein dessen Größe verführt schon zum übermäßigen Einkauf. Denn der Sammler im Menschen tendiert dazu, den großen Einkaufswagen möglichst weit füllen zu wollen. Gerade für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte reicht sehr häufig ein Korb“, so Rudischer.

Besonders wirkungsvoll gegen Impulskäufe ist die gute alte Einkaufsliste. Darauf kommen konsequent nur die Lebensmittel, die man wirklich braucht – am besten solche, die wenig Kalorien, aber viel Sättigungspotenzial haben. Das sind zum einen ballaststoffreiche Vollkornprodukte und zum anderen die recht wasserhaltigen Klassiker wie Obst, Gemüse und Salat. Hier sollte man trotz des großen Angebotes laut Rudischer saisonale Sorten bevorzugen. „In den meisten Fällen stammen das saisonale Obst und Gemüse dann auch aus der Region. Kurze Transportwege sind gut für das Klima und ideal für Frische und Geschmack.“

Ein weiteres Auswahlkriterium bei Lebensmitteln sollte die Qualität der Produkte sein, ganz nach dem Motto „Klasse statt Masse“. „Es ist einfach zu kurz gedacht, nach Lebensmitteln zu greifen, die uns kostengünstig schnell satt machen. Was wir brauchen, sind qualitativ hochwertige Nahrungsmittel, die viele wichtige Nährstoffe, aber wenig Energie enthalten“, erklärt Rudischer. Dabei muss gute Qualität nicht automatisch mehr als schlechtere kosten.